Gedankenbilder

Montag, 19. August 2013

badebühne

sonnencreme- und pommesgeruch,
ein holzsteg, badeuntensilien,
zwei weiße schwäne

quietschende kinder, von ihren müttern im auge behalten,
ein sich ausdauernd küssendes pärchen im wasser
(einander abwechselnd vor dem untergang rettend),
vorbeihuschende lackierte zehennägel und tätowierte oberarme,
ein vater, seiner tochter das schwimmen beibringend
(noch ein tempo! bravo!),
füllige leiber in engen badekostümen,
stolzierende burschen mit auftrainierten muskeln,
scheinbar gelangweilte schönheiten in winzigen bikinis

eine aus den augenwinkeln blinzelnde frau
als teil der inszenierung

Mittwoch, 14. August 2013

eindrücke und ausdrücke

eine reise in ein anderes land
als händedruck von andersland:
hab einen guten tag
und stell dich auf mich ein

deine schönheit ist liebenswert und spröde,
süß und fett dein geschmack,
lebhaft die stimme,
der atem feucht und lau

spät in der nacht
mischt sich der duft des daheimseins
mit dem klang der ferne

Sonntag, 7. Juli 2013

wozu schreiben?

wozu schreiben,
wozu buchstaben benutzen
und zu akrobaten werden lassen,
zu seiltänzern und clowns,
mit roten nasen und dicken tränen,
wenn ich dir alles sagen kann?

wenn ich dir alles sagen kann,
mit meiner stimme,
wenn ich flüstere und du mir zuhörst,
wenn ich dich rufe und du mir antwortest,
warum soll ich dann noch schreiben?

es ist das ansprechende,
unsagbare und unsägliche,
zwischen den zeilen verborgene,
vor meinen augen entstehende
unsichtbare wort,
das mich neu buchstabieren lehrt

deshalb ist es pure lust
für dich zu schreiben,
für dich,
der du mir fern und doch so nahe bist,
du bekannter, unbekannter mensch

Sonntag, 9. Juni 2013

entscheidungsschwach

wie schwierig,
wie unbequem,
wenn nichts bleiben soll
wie bisher

alles ist da,
sagen die sehnsuchtslosen,
und du weißt nicht wo
hin

du treibst
haltlos zu denen,
die dich nicht erwarten

oder vielleicht …?

Samstag, 18. Mai 2013

staunen

beinahe
habe ich nicht bemerkt,
dass mir dein fels
im abendrot
sein schönstes glühen
schenkt

schon wieder
hast du mich gelehrt
im tun
einfach nur
zu sein

aufmerksam zu sein

Donnerstag, 2. Mai 2013

frühlingstrost

an den lippen zartbitter zerronnene träume
in den frühling geseufzt,
in blüten versenkt

ich würd dir glatt eine latte von meinem küchenboden schenken
und ein gardinensegel aus meinem schlafzimmer,
damit du mein vorhangschloss erreichen kannst,
wenn die brandung an die hausmauer peitscht

doch du, undankbare?
surfst lustlos davon, mit deinem eigenen brett
vor dem kopf

der enttäuschte zimmert ein baumhaus,
fichte in kirsche,
mit einem vorhanglosen fenster

und übers jahr duftet tröstend der mai

Sonntag, 14. April 2013

die ungestellte frage

niemals gefragt
nicht gehaucht
nicht geseufzt

bloß in den wind gedacht
mit verschlossenen lippen
lässt sich die unmöglichkeit
auf deinen schultern nieder
zunächst unmerklich leicht
doch mit dem zunehmen des mondes
und dem abnehmen der geduld
krümmt sich dein rücken
unter der last
der unmöglichkeitsvariante
einer lebensmöglichkeit

die ungestellte frage
beschämt dich mit ihren antworten
die geschwister bekommen haben
(un)möglichkeitsgeschwister

sie nistet sich ein in deinen ohren
mit ihrer (un)möglichkeitsfamilie
und flüstert dir vielstimmig zu:

warum?

Freitag, 5. April 2013

der ausverkaufte mensch

das billige angebot
plärrt im dreckigen geschäft
lieblos verramscht,
zum spottpreis

gierig sammeln sie vorräte für düstere zeiten,
in denen sie nicht mehr gebraucht werden,
die teuren menschen

denn irgendwo sind die düsteren orte,
wo es keine billigen geschäfte mehr gibt,
sondern dreckige gemacht werden
mit billigen menschen

preiswert vermarktet

Samstag, 23. März 2013

rückspiegelungen

ein blick gewährt
einblick im rückblick

auf geschehenes,
vorübergezogenes,
unbarmherzig und gnädig

im untergang den aufgang
blendend gespiegelt

Montag, 4. März 2013

das gesuchte wort

wie gern würde ich
mit einem wort alles sagen können,
das einfachste und das schwierigste

ich ahne,
wenn ich alle sprachen dieser welt
begleiten dürfte, um zu verstehen,
könnte ich es selbst befragen,
auf der suche nach seiner existenz

ich zweifle,
ob ich bereits
an ihm vorübergegangen bin
und meine augen blind
und meine ohren taub
gewesen sind

ich schwanke,
ob ich umkehren oder
ob ich weitergehen soll

ich ringe,
doch in der sekunde der entscheidung
spüre ich es auf,
das beginn-ende

jetzt

Willkommen!

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