Buchenlaub

Sonntag, 19. Oktober 2008

Kernlos

In einem kleinen Apfel
sieht nichts mehr niedlich aus,
die Kerne sind verschwunden,
leer ist das Apfelhaus

Kernlos sind nun die Äpfel,
gezüchtet im Labor
fehlt ihnen Substantielles,
verschlossen ist das Tor

Entsteht kein neues Leben
bleibt alles einmal still,
Nahrung ist nur noch Hülle,
ob auch der Geist das will?

Oftmals fehlt der Sprache,
ein Kern, der Wörter baut,
sinnlos entleert zur Sache
reiht sich nun Laut an Laut

Das Denken sucht die Kerne
in sms und mfg
und findet in der Ferne
des Sämanns keimend Näh´

Dienstag, 30. September 2008

Herbst

Wenn die bunten Blätter fallen,
Nüsse von den Bäumen knallen,
lustig eure Drachen steigen,
langsam sich die Tage neigen,
Obst die Körbe füllt so prall
und es duftet überall
nach Äpfeln und nach Trauben
da könntest du leicht glauben,
dass es bleibt so warm und schön,
aber schnell wird es gescheh´n,
dass Stürme um die Ecken pfeifen
und Opa holt die Winterreifen,
dein Eissalon sperrt jetzt bald zu,
der Biber braucht nun seine Ruh´,
Richtung Süden in die Wärme
ziehen ganze Vogelschwärme -
auf ins Freie, recht viel laufen,
wirf dich in den Blätterhaufen!


(Weil ich Wiesenblumen so mag ...)

Samstag, 20. September 2008

Kompetenz

Die Kompetenz
hat ihren Lenz,
dass sie was kann,
meint jedermann;
wo Konkurrenz
fehlt Kompetenz,
denn Kompetenz
liebt die Absenz, -
geht in Karenz,
die Kompetenz,
denkt sich: "Hurra!",
und sagt:"Baba."

Montag, 1. September 2008

Ver:mail:ung

Nicht Küssen, Herzen, Kosen,
nicht dunkelrote Rosen,
nicht des Nachts bei Mondenschein,
vor dem Bildschirm muss es sein -
die Finger sanft betasten
die Tasten von dem Kasten,
die Liebste ist so fern
und hat ihn auch recht gern -
statt sanft sie zu umfangen,
statt küssen ihre Wangen,
schickt er ihr ganz schnell
im einfallslosen Mail
den Antrag für die Eh´-
doch nun sagt sie:"Oje,
solch´ Romantik mich entsetzt,
bleib´per Mail mit dir vernetzt -
auf ewig dein,
da sag ich nein!"

(Leider wahr ...)

Samstag, 23. August 2008

Bellness

Ein Hündchen in der Stadt
hat dieses Leben satt,
das Kreuz mitunter schmerzt,
wenn´s Frauerl scherzend herzt
ihr einzig Lebenselexier,
leider fehlt ihm sein Revier,
denn daheim in Favoriten
muss es sehr um Auslauf bitten
und die Hundedame - seine
hält das Herrl an der Leine,
toben möcht´ es und auch laufen,
nicht nur "Hofer-Fressi" kaufen,
sein Frauerl meint es gut mit ihm,
gibt´s doch in der Näh´ von Wien
ein Hotel für ihren Schatz,
wunderbar ist dieser Platz,
Wellness und auch Pediküre,
Föhnfrisur, beste Lektüre,
Hundesauna und Diät,
Verwöhnprogramm von Früh bis Spät,
das Angebot, es ist nicht schlecht,
die Tierhaltung - so artgerecht!?

Freitag, 22. August 2008

In vino veritas

Dem Manne schenke ein
manch´Glaserl guten Wein,
du wirst es nicht bereu´n,
riet mir mein Omilein!

Mittwoch, 20. August 2008

wasser(ge)dicht

es trägt und kühlt,
es rauscht und wühlt,
es wogt und saust,
es murmelt und braust,
es reinigt und siebt,
es nimmt und gibt,
oh, tröpflein versink,
am quell ich dich trink

Dienstag, 29. Juli 2008

Zuhören

Gern höre ich zu
dem Wir und dem Du.

Ich höre und gebe
den Faden und webe
und bist du bei mir,
dann les´ ich in dir -
oft bin ich ganz still
und rede nicht viel.

Doch ist es gar schwer
zu treiben im Meer
der offenen Fragen -
die Stille ertragen,
weil seltsam es ist,
wenn auch du - Zuhörer bist.

Samstag, 26. Juli 2008

Goldene Hochzeit

Ihr steht vor uns als Jubelpaar,
verheiratet nun 50 Jahr´,
gelebt in Eintracht mit viel Liebe,
seid aktiv und gar nicht müde,
ein Vorbild uns, wir wünschen heut´
Euch Jahre viel in Zweisamkeit!

Herzlichen Glückwunsch, liebe Lotte und Gerhard!

Freitag, 25. Juli 2008

Ich muss was dichten ...

... sag ich dann und wann
zu meinem lieben Mann.

Es freut mich eben sehr
und täglich immer mehr,
ich denke sehr viel nach,
so bin ich oft hellwach,
und springt der Funke über,
dann schreibe ich es nieder.

Manchmal will ich schreiben,
weiß nicht was und wie -
doch im Gedankenreigen
erklingt Sprachmelodie -
die Saiten in mir schwingen,
ich muss mit ihnen singen.

Wie lieb ist mir doch dein Gesicht,
sagt es: "Ach, bitte ein Gedicht!"

Willkommen!

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